Bericht: Fachtagung – Antisemitismus als Herausforderung für die Politische Bildung am 14./15. Februar 2019

Die Fachtagung zu Antisemitismus wurde organisiert von der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung Landesverband Rheinland-Pfalz (DVPB), der Landeszentrale für Politische Bildung, dem Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut (EFWI), dem Bildungsministerium und dem Wochenschau Verlag.

Der Eröffnungsabend fand in der Staatskanzlei in Mainz mit mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Nach der Begrüßung und Einführung durch den Direktor der Landeszentrale, Bernhard Kukatzki, und den Landesvorsitzenden der DVPB, Michael Sauer, sowie Patricia Tscherneva-Rowlands als Vertreterin der OSZE sprach Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig das Grußwort der Landesregierung. Sie vertrat hierbei Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Schirmherrin der Veranstaltung. Frau Hubig betonte die Bedeutung der Bekämpfung von Antisemitismus für die Landesregierung und sprach sich – wie in ihrer Regierungserklärung – nochmals für eine Stärkung der demokratischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen und für den verpflichtenden Besuch von Gedenkstätten durch Lehramtsanwärter aus.

Den Eröffnungsvortrag hielt anschließend der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff. In seiner engagierten Rede betonte er den interreligiösen und interkulturellen Dialog sowie die aktuelle Herausforderung durch verfassungsfeindliche Parteien in Parlamenten. Es war ihm insbesondere wichtig, den Wert des Grundgesetzes als Wertekanon für das Zusammenleben in Deutschland herauszustellen. Er betonte, dass für die Aufklärung über Rassismus und Antisemitismus nicht nur Lehrer und Bildungseinrichtungen verantwortlich seien: „Wir sind alle zuständig und niemand darf sich aus dieser Verantwortung stehlen.“

Das anschließende Gespräch zwischen Christian Wulff, Dr. Stefanie Hubig und Prof. Julia Bernstein (UAS Frankfurt) wurde vom Träger des Deutschen Radiopreises, Martin Durm, moderiert und im Rahmen der SWR-Sendung „Forum“ ausgestrahlt.

Der zweite, eher fachlich ausgerichtete Tag, fand in der Volkshochschule Mainz statt. Nach der Eröffnung durch den rheinland-pfälzischen Beauftragten für Antisemitismus, Dieter Burgard, trug Prof. Beate Küpper im Plenum der mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den psychologischen und soziologischen Ursachen und Ausbreitungsformen von Antisemitismus vor. Beate Küpper war Mitglied in der Expertenkommission des Deutschen Bundestages zum Thema und ist Mitverfasserin der „Mitte“-Studie der Ebert-Stiftung.

In den anschließenden Workshop-Sektionen ging es um die Vertiefung der Aspekte „Ursachen und Erscheinungsformen“ sowie in der letzten Sektion um konkrete Handlungsvorschläge für die schulische und außerschulische Praxis. In den Pausen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einem Markt der Möglichkeiten über Angebote zur Demokratiestärkung und Antisemitismus-Prävention informieren. Der SWR berichtete abends in seinen Abendnachrichten über die Tagung und verschiedene Workshops, viele andere Vertreter der Presse waren bei der Tagung anwesend.

Aus der Fachtagung heraus soll eine Publikation entstehen, die sich konkret an die Politischen Bildner in Schule und im außerschulischen Bereich richtet. Sie wird im Wochenschau Verlag erscheinen und von Michael Sauer, Prof. Julia Bernstein und Dr. Steffen Hagemann herausgegeben.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr erfolgreich und schon viele Wochen vorher ausgebucht. Das Thema Antisemitismus ist ein wichtiges, der Zuspruch durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Resonanz der anwesenden – auch internationalen – Presse zeigt dies deutlich. Zum anderen war es insbesondere auch für unseren Verband eine gute Veranstaltung, um als Fachverband für Politische Bildung nach außen und gegenüber maßgeblichen politischen Akteuren verstärkt wahrgenommen zu werden.

Text: Michael Sauer, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz

 

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Michael Sauer

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